FU Berlin & Universität Bukarest Field Camp 2009

(von Karsten)

Ausgehend vom Field Camp 2008 in Rumänien organisierten die Studenten der SGS im Jahr 2009 eine Messkampagne in Deutschland. Ziel dieser Messkampagne war es Studenten eine Möglichkeit zu geben, Erfahrungen im Umgang mit Messgeräten und der Auswertung geophysikalischer Daten außerhalb universitärer Veanstaltungen zu sammeln. Dazu konzentrierten wir uns auf ein archäogeophysikalisches Prospektionsziel, um dieses mit oberflächennahen geophysikalischen Messmethoden darzustellen. Die Teilnehmerzahl setzte sich aus sieben Studenten der Freien Universität Berlin und zwei Studenten der Universität Bukarest zusammen.

Die Finanzierung dieses Projektes erfolgte durch die SEG Foundation und durch die Firma TGS. Nach erfolgreichem Antrag dieses Projektes als Project of Special Merit bei der SEG wurden uns 3.000 US-Dollar zugesprochen. Davon wurden die Flüge, Unterkunft und Verpflegung der beiden rumänischen Studenten sowie ein Miettransporter und die Verpflegung aller Studenten im Gelände bezahlt.

Wir setzten uns mit Prof. Dr. Michael Meyer vom Institut für Prähistorische Archäologie der FU Berlin in Verbindung, um Informationen über mögliche Untersuchungsgebiete und deren archäologischen Hintergrund zu erhalten. Prof. Meyer empfahl uns mehere Gebiete südlich von Berlin. Nach einer ausgiebigen Erkundungsfahrt fanden wir letztendlich eine Ausgrabungsstätte nahe des Ortes Glienick. Die Archäologen vor Ort um Markolf Brumlich standen uns mit Rat und Tat zur Seite. Durch die Hilfe des Ausgrabungstrupps konnten wir unser Messgebiet sinnvoll festlegen und abstecken.

Mit unseren geophysikalischen Messmethoden wollten wir versuchen, Schlackereste und wenn möglich sogar Überreste von Rennöfen im Untergrund aufzulösen. Die Schlackereste sind ein Abfallprodukt der Eisenherstellung in sogenannten Rennöfen. Die Archäologen konnten anhand der Funde dieser Rennöfen und Schlackereste nachweisen, dass in dem Gebiet südlich von Berlin Eisen bereits schon seit 300 n. Chr. hergestellt wurde und nicht wie vorerst angenommen erst ab 800 n. Chr.

Nachdem alle Anträge beantragt und bewilligt, die Flüge und Unterkunft für unsere Gäste gebucht, das Mietauto bestellt und das Untersuchungsgebiet gefunden waren, mussten nur noch die Instrumente kontrolliert werden. Wir entschieden uns für lediglich zwei Messmethoden: Geomagnetik und Geoelektrik. 

Am 2. September 2009 war es dann endlich soweit! Unsere beiden Gäste Christian Stanciu und Alexandru Stefan landeten in Berlin. Am nächsten Tag fuhren wir vom Institut aus ins Feld. Unsere erste Aufgabe bestand darin, Messfelder festzulegen und abzustecken. Das Wetter war uns leider nicht wohl gesonnen und so mussten wir das eine und andere mal in unserem Transporter trockenen Unterschlupf suchen. Wir hatten ebenso ein paar Probleme uns mit der Magnetikapparatur vertraut zu machen. Dennoch haben wir es geschafft, eine Magnetikmessung durchzuführen. An den nächsten Tagen lief es dann besser, das Wetter blieb zwar schlecht aber aber dafür waren die Messungen umso effektiver.

Wir verbrachten insgesamt vier Tage im Feld. Dabei haben wir über sechs 30x30 m große Gitter magnetische Daten aufgenommen und entlang von neun Profilen geoelektrische Daten gemessen. Die magnetischen Messungen wiesen an einigen Stellen deutliche große wie auch mehrere kleine Anomalien auf, die als Schlackereste und sogar Rennöfen interpretiert werden könnten. Auch die Auswertung der geoelektrischen Messungen deuteten auf solche Gegenstände im Untergrund hin.

Die Daten wurden am letzen Tag unserer Kampagne in der Fachrichtung Geophysik des Instituts für Geologische Wissenschaften auf dem GeoCampus Lankwitz ausgewertet. Abschließend verfassten wir einen wissenschaftlichen Bericht, den wir der SEG einzureichen hatten. Dieser Bericht enthält alle Informationen zu dieser Messkapagne. Wer sich für die Ergebnisse im Detail sowie über die Messmethoden im Einzelnen informieren möchte, kann den Bericht gern bei uns einsehen.

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