An Archeological Survey

(ein persönlicher Eindruck von Robert Roskoden)

Alles begann auf den Tag genau vor einem Jahr. Ich studierte im dritten Semester und hatte keinen Schimmer, worum es sich bei der SGS handelt, geschweige denn was ihre Aufgaben und Ziele sind. Nur eines war klar: Es hatte etwas mit den geologischen Wissenschaften zu tun und ich war zu einer ihrer Sitzungen eingeladen. Also ging ich zu meinen ersten Treffen ohne jegliche Vorahnungen, was mich eventuell erwarten würde und bevor ich mich versah, besuchte ich die Treffen regelmäßig. Mit meinen "leppischen" drei Semestern Erfahrungen fühlte ich mich unter den höheren Semestern zunächst ziemlich aufgeschmissen. Speziell die vielen Abkürzung verwirrten mich ziemlich. Glücklicherweise war ich nicht der einzige, dem es so erging.

Nach den ersten Treffen präsentierte unser SEG Student Chapter Präsident, Julio Galindo Guerreros, eine Idee für ein studentisches Field Camp in Indonesien mit dem dortigen Student Chapter, dem UIGS (universitas indonesia geophysical society). Das Ziel des Field Camps sollte  eine archäologische Ausgrabungsstätte des Surosowan Palastes in Bantan, einer Provinz auf Java, sein. Obwohl Informationen anfänglich sehr spärlich vorhanden waren, gefiel mir die Idee, ein geologischer Indiana Jones zu sein und ich investierte all meine Energie in das Projekt.

Natürlich war ich leider nicht der Einzige, der solch eine Chance nutzen wollte. Ich meine, wer würde nicht gerne nach Indonesien/Java fahren ? Obwohl mir klar war, dass meine mangelnde Erfahrung wahrscheinlich ein großer Nachteil gegenüber den erfahreneren Student sein würde, schaffte ich es irgendwie durch die Anmeldesphase in das Projektes. Noch überraschender für mich war, dass ich es nicht nur die Anmeldesphase, sondern auch die Trainingsphase überstand, ohne aus dem Projekt rausgeworfen zu werden. Hierbei lernte ich viel über die geophysikalischen Messmethoden, wie das GPR, die Magnetik und die Geoelektrik, die wie wir in Indonesien einsetzen wollten. Nach all den Strapazen, ich konnte es immer noch kaum glauben, wurde mir endlich gestattet mein Flugticket nach Jakarta zu kaufen. Ich konnte mir in meinen geistigen Auge quasi schon vorstellen, wie ich zusammen mit den anderen Teilnehmern in der nächsten „geo nature“ veröffentlicht werde.

Während des Fluges nach Jakarta teilte Julio, der Projektleiter, die fünf deutschen Teilnehmer in drei Gruppen ein. Ich bekam die Aufgabe des Gruppenleiters in der Geomagnetik und war somit, falls dies überhaupt möglich war, noch aufgeregter als zuvor. Nichtsdestotrotz war ich sehr gespannt, wie sich die Zusammenarbeit mit unseren zehn indonesischen Kollegen darstellt. Wie zu erwarten war, gab es viele schwierige Situationen, die wir zu bewältigen hatten. So kam es, dass unser Team ziemlich schnell die Führung über das ganze Projekt übernahm. Die Verantwortung lastete auf unseren Schultern, wie zwei Zentner Kartoffeln. Immer mehr spürte ich, wie sich der Druck in meinen Magen vergrößerte, obwohl ich mir nicht sicher war, ob dies von dem scharfen Essen oder der riesigen Verantwortung kam. Nach einigen schlafenlosen Nächten war uns klar, dass wir uns alle zusammenreißen mussten, um als Team gemeinsam agieren zu können. Mit dieser neuen Motivation vergaßen wir einfach jegliche Ideen einer Veröffentlichung und beschritten als ein Team jeder Herausforderung nach der anderen. Wir arbeiteten jeden Tag so hart und schnell wie wir konnten, bis wir entweder alle Daten erhoben hatten oder unsere Zeit im Feld abgelaufen war. Leider war das Letzteres der Fall. Nach dem wir unser Camp abgebaut hatten, erwarteten uns noch endlose Nächte des Processings in Jakarta. Wir hatten zwar nicht alle Daten bekommen, aber augenscheinlich waren die Wenigen, die wir hatten, mehr als genug für unsere Gruppe. Drei Wochen später kamen wir wieder zu Hause an. Obwohl wir endlich wieder zu Hause waren, bedeutete dies nicht, dass die Arbeit zu Ende war. Im Gegenteil, die Arbeit fing jetzt erst richtig an. Anstelle von endlosen Nächten des Processing, verbrachten wir jetzt Woche um Woche die Zeit mit Analysieren, Interpretieren und Schreiben des Berichtes. Auch als unser normaler Unialltag wieder begann, erleichterte die Situation nicht.

Jetzt da das Projekt vorbei und der Report abgeschickt ist, kann ich nur jedem empfehlen, an so einem Projekt teilzunehmen. Macht es! Es lohnt sich definitiv!
Während des Jahres der vielenVorbereitungen, der Datenakquisition, dem Processing und dem Analysieren habe ich viel mehr gelernt, als ich jemals in meinen regulären Studienverlauf gelernhätte. Jetzt verstehe ich nicht nur die geophysikalischen Messmethoden besser, sondern habe auch Soft Skills wie Teamwork, Gruppenführung und Zeitdruck in Leistung umwandeln erlernt.
Deshalb möchte ich allen danken, die bei diesem Projekt dabei waren. Natürlich gilt ein besonderer Dank unseren Sponsoren: der SGS, der SEG, der EAGE und Schlumberger. Ohne deren großzügige Unterstützung hätte unsere Team dieses Projekt niemals realisieren können.

(Oktober 2012)


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